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Zahl der Katholiken sinkt weiter:Jahresstatistik 2024: Negativtrend bei Austrittszahlen abgeschwächt

Infografik Statistik 2024
Datum:
Veröffentlicht: 27.3.25
Von:
Harry Luck

Bamberg. Das Erzbistum Bamberg hat die Statistik für 2024 veröffentlicht. Die Zahl der Katholiken im Erzbistum ist im vergangenen Jahr weiter gesunken und liegt nun bei 574.509 (Vorjahr: 592.340). Der Rückgang ist insbesondere auf Austritte sowie die demografische Entwicklung zurückzuführen. Gleichzeitig ist jedoch ein leichter Rückgang bei den Kirchenaustritten zu verzeichnen: 9239 Gläubige verließen 2024 die katholische Kirche, gegenüber 10.909 im Vorjahr.

Erzbischof Herwig Gössl äußerte sich zu den Zahlen mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen: „Jede und jeder, der die Kirche verlässt, fehlt uns als Teil unserer Gemeinschaft. Gleichzeitig beobachten wir, dass sich der Negativtrend der Austritte in diesem Jahr erneut etwas abgeschwächt hat. Dies bestärkt uns in unserem Bemühen, die Kirche als Ort der Hoffnung und Gemeinschaft erfahrbar zu machen.“

Die weiteren Sakramentenzahlen zeigen unterschiedliche Entwicklungen: Während sowohl die Zahl der Taufen von 3532 auf 3093 als der Bestattungen von 6724 auf 6408 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist, gab es einen Anstieg bei den Firmungen (3.296, Vorjahr: 2.979) und Erstkommunionen (4.185, Vorjahr: 4.056). Wiederaufnahmen und Eintritte in die Kirche haben ebenfalls leicht zugenommen und lagen 2024 bei 185 (Vorjahr: 146).

Erzbischof Gössl betonte die Bedeutung von Engagement und Erneuerung innerhalb der Kirche: „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Der Glaube und die Gemeinschaft der Kirche müssen in einer sich wandelnden Gesellschaft neue Wege finden. Das bedeutet für uns, verstärkt auf Dialog, Seelsorge und zeitgemäße Angebote zu setzen, um den Menschen Orientierung und Halt zu geben.“ Die notwendigen Maßnahmen, damit die Kirche bei sinkenden Katholikenzahlen und den damit zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen auch in Zukunft handlungsfähig bleibt, seien bereits eingeleitet. So werden derzeit eine neue Gebäudestrategie und ein Haushaltssicherungskonzept umgesetzt.

„Wir wollen als Kirche weiterhin für die Menschen da sein, ihnen begegnen und sie in ihrem Leben begleiten“, so Gössl. „Die Kirche wird in Zukunft kleiner sein. Das heißt aber nicht, dass die Strahlkraft des Glaubens in die Gesellschaft abnehmen muss. Das Gegenteil kann der Fall sein. Der Glaube kann wachsen.“

Die Jahresstatistiken der deutschen Bistümer und der Deutschen Bischofskonferenz wurden am Donnerstag zeitgleich veröffentlicht. Bundesweite Zahlen können auf www.dbk.de eingesehen werden.