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Schöpfungskonzerte:Klänge für das Klima

Bistumsband Sinnergie
Protest im Auftakt, Hoffnung im Schlussakkord: Unter dem Motto „Gehen wir singend voran!“ verbinden die Schöpfungskonzerte der Bistumsband „Sinnergie“ Popmusik mit päpstlichen Impulsen aus der Enzyklika ‚Laudato si‘. In Stegaurach wurde daraus ein Auftritt, dessen Töne und Themen hoffentlich noch lange nachhallen.
Datum:
Veröffentlicht: 24.2.26
Von:
Dominik Schreiner / Leben im Erzbistum Bamberg

An einem herbstlichen Abend füllt gedimmtes Licht die Stegauracher Pfarrkirche. Gitarren werden gestimmt, ein kurzer Blick geht durch die Reihen. Alles scheint bereit für den ersten Ton – doch die Atmosphäre verrät: Hier geht es um mehr als Musik. Was gleich anklingt, wird ein Konzert sein, das nicht nur unterhalten, sondern auch bewegen will.

Die Schöpfungskonzerte der Bistumsband „Sinnergie“ stehen im Zeichen des Jubiläums der Enzyklika ‚Laudato si‘. Zehn Jahre nach Papst Franziskus’ Aufruf, das „gemeinsame Haus“ zu schützen, werden Passagen aus dem Text verlesen und mit Liedern verwoben, die Protest, Dankbarkeit und Hoffnung zum Ausdruck bringen.

„Schöpfungsverantwortung kann man zwar mit dem Verstand begreifen – aber man muss sie auch mit dem Herzen fühlen“, sagt Sebastian Zink, der Umweltbeauftragte des Erzbistums Bamberg. Genau hier setzt die Konzertreihe an. Es geht nicht um Zahlen und Diagramme, sondern um Resonanz.

Die Dramaturgie des Abends ist bewusst gewählt. Am Anfang stehen Lieder mit Druck. Stücke, die den „schlechten Umgang mit dem gemeinsamen Haus“ nicht beschönigen, sondern die Klartext reden, so der Bandleiter und Diözesanreferent für Christliche Popularmusik, Tobias Lübbers. Gespielt werden Titel wie „Beds Are Burning“ von Midnight Oil oder „10.000 Tränen“ von Berge – Protest in Liedform, der unter die Haut geht. „Da ist richtig Power drin, spürbar bis in die hinteren Reihen“, so Lübbers. Doch der Abend bleibt nicht beim Anklagen stehen. Es folgen Lobgesänge, die unseren Planeten, seine Einzigartigkeit und seine Artenvielfalt in Erinnerung rufen.

Musikalisch könne sowohl das Wunderbare der Schöpfung zum Klingen gebracht werden als auch die Erschütterung angesichts dessen, was mit unserer Welt geschieht, verdeutlicht Sängerin Beate Stadtländer: „Mit Musik kann man Grenzen überschreiten, die mit Worten nicht möglich sind.“ Wer an diesem Abend zuhört, merkt schnell: Hier wird nicht einfach nur ein bisschen musiziert. Hier wird mit Herzblut gerungen – um die richtige Haltung angesichts der Klimakatastrophe, um eine angemessene Tonlage zwischen Ernsthaftigkeit und Zuversicht.

Der Name der Band ist dabei Programm: „Sinnergie“, zusammengesetzt aus Sinn und Energie, soll verdeutlichen, dass es den Musikerinnen und Musikern um mehr geht als nur um schöne Melodien. Inhalt und Klang sollen sich ergänzen, gegenseitig verstärken und – in Synergie – eine Wirkung erzeugen, die zum Nachdenken anregt, erklärt Bandleiter Lübbers.

Zwischen den Liedern verliest Umweltreferent Sebastian Zink Passagen aus der Enzyklika ‚Laudato si‘: Worte über Verantwortung, über Gerechtigkeit, über das fragile Gleichgewicht der Erde. An zahlreichen Stellen wird deutlich, dass ein Umdenken bitter nötig ist. Auch zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung scheint der Text aktuell wie nie.

Angesichts dessen widmet sich der letzte Teil des Konzerts der Hoffnung. Es geht nicht um naive Durchhalteparolen, sondern um eine bewusste Wendung nach vorn. Lieder wie „10.000 Reasons“ von Matt Redman oder „Halleluja, du bist mächtig“ von Albert Frey rufen dazu auf, den Kopf trotz der misslichen Lage nicht in den Sand zu stecken. Schließlich kann – getreu dem aktuellen Jahresmotto des Erzbistums „Du bewegst die Welt“ – jede und jeder Einzelne zumindest den eigenen Umgang mit der Umwelt bewusst gestalten.

Und genau darauf kommt es den Organisatoren am Ende an – nicht auf einen langen Applaus oder auf Standing Ovations, sondern auf eine leise Bewegung im Inneren. Denn ob sich tatsächlich etwas verändert, wird sich nicht an diesem Abend entscheiden, sondern morgen, wenn für die Zuhörenden der Alltag weitergeht und neben der ein oder anderen Melodie womöglich auch die Frage im Kopf nachhallt: „Wie sollten wir mit der Schöpfung umgehen?“

Weitere Materialien

Infokasten

Im März stehen übrigens weitere Schöpfungskonzerte an: Am 13. März, 19:30 Uhr, in St. Jakobus Leutenbach und am 15. März, 18 Uhr, in St. Otto Lauf an der Pegnitz. Der Eintritt ist kostenlos. Kommen Sie gerne vorbei!

Zitate zum Herausstellen

  • “Schöpfungsverantwortung kann man zwar mit dem Verstand begreifen, aber man muss sie auch mit dem Herzen fühlen.“ - Sebastian Zink, Umweltbeauftragter des Erzbistums Bamberg

  • “Mit Musik kann man Grenzen überschreiten, die mit Worten nicht möglich sind.“ - Beate Stadtländer, Sängerin in der Bistumsband "Sinnergie"

Videos vom Konzert

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