Hintergründe zu den PGR-Wahlen:Kurzinterview zu den Pfarrgemeinderatswahlen

Hans Baumann ist seit über 10 Jahren im Diözesanrat tätig. Das oberste Gremium der Laien im Erzbistum vertritt die Anliegen der 337 Pfarrgemeinderäte, 35 Seelsorgebereichsräte und von Mitgliedern der katholischen Organisationen und Verbände – er ist also eine Art Dachverband und unterstützt unter anderem bei der Durchführung der Pfarrgemeinderatswahlen. Gemeinsam mit Dr.-Ing. Eva Russwurm ist Hans Baumann aktuell stellvertretender Vorsitzender des Gremiums. Wir haben bei ihm nachgefragt, warum ihm das Laienapostolat und die anstehenden Wahlen wichtige Anliegen sind.
Herr Baumann, ist der Pfarrgemeinderat ein unerlässliches Gremium für die Pfarrei?
Ja, das kann man so sagen. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates verkörpern demokratische Beteiligung und sind wichtige Bindeglieder. Sie schaffen Vertrauen und ein ‚Wir-Gefühl‘. Häufig werden Informationen, Pläne und getroffene Entscheidungen von ihnen hinaus in die Gemeinde getragen. Am wichtigsten ist aber: Sie sorgen dafür, dass Meinungen und Wünsche der Gläubigen vertreten werden und dass darum gerungen wird, was gut und was umsetzbar ist. Man muss in der Kirche vor Ort also nicht passiv alles hinnehmen oder kann über schwierige Themen nur schimpfen, sondern hat durch das Gremium auch die Möglichkeit, sich aktiv ein- und im Gemeindeleben etwas voranzubringen.
Mit welchen Themen beschäftigt sich der Pfarrgemeinderat in der Praxis?
Zu einem großen Teil geht es darum, auszuloten, was für die Seelsorge und das Zusammenleben in der Gemeinde künftig sinnvoll ist. Das heißt Bewährtes wie zum Beispiel Pfarrfeste fortführen, solange Menschen daran Freude haben. Gleichzeitig aber auch prüfen, welche Angebote und Aktionen nicht mehr wahrgenommen werden und eingestellt werden sollten. Dementsprechend geht es natürlich auch darum, neue Formate auszuprobieren und Bestehendes weiterzuentwickeln. Aus meiner Sicht ist es aber auch ein wichtiger Teil unserer Arbeit, den Glauben in der Gemeinde leben zu lassen – ganz praktisch. Etwa, indem man für die Armen da ist. Mit „arm“ meine ich dabei nicht nur finanzielle Not, sondern auch andere Hindernisse, die das Leben erschweren. Das ist oft leichter gesagt als getan, aber solches Leid bei unseren Nächsten zu erkennen und zu lindern ist eine Grundaufgabe des Christentums – gerade als Pfarrgemeinderat sollte man Wege dafür finden.
Am 1. März 2026 stehen die nächsten Pfarrgemeinderatswahlen an – welche Hoffnungen verbinden Sie damit?
Ich wünsche mir, dass die Wahlen als natürlicher und wichtiger Teil des Gemeindelebens wahrgenommen werden, so dass wir gar nicht erst in die ‚Notlage‘ kommen, Menschen kurz vor der Wahl mobilisieren zu müssen. Hoffentlich wird deutlich, dass Gemeinde beständig lebt und dass sich genügend Menschen dauerhaft in ihrer Kirche vor Ort einbringen möchten – vor, nach und während der Wahlphase, aber auch ganz unabhängig davon. In diesem Sinne hoffe ich auch, dass die neu gewählten Pfarrgemeinderäte sichtbar werden und aktiv bleiben. Nicht nur beim Pfarrfest, sondern dauerhaft. Nur wenn die Gemeindemitglieder die Arbeit des Rates regelmäßig wahrnehmen, wird seine Bedeutung verstanden und nur dann werden auch die Chancen und Potenziale erkannt, die in diesem Gremium liegen.
Weitere Materialien
Infokasten
Weitere Informationen rund um das Thema Pfarrgemeinderat und Pfarrgemeinderatswahlen gibt es auf der Homepage www.pfarrgemeinderatswahl-bamberg.de.
Zugehöriger Artikel
Zusätzlich zu diesem Kurzinterview haben wir einen Artikel veröffentlicht, der kurz und bündig beschreibt, was der Pfarrgemeinderat überhaupt ist und was er macht.
Illustrative Fotos
Angeheftet an diese Nachricht finden Sie passende Fotos zur Bebilderung des vorliegenden Artikels.
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