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Ratschläge aus Caritas-Pflegezentren:Lebensweisheiten

Das Jahresthema der Caritas lautet „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.“ Diesen Leitspruch nahm Gerd Richard Neumeier zum Anlass, in örtlichen Pflegeeinrichtungen das Gespräch mit Seniorinnen und Senioren zu suchen. Als Diözesanjugendpfarrer und Aufsichtsratsvorsitzender des Bamberger Diözesancaritasverbandes fragte er insbesondere danach, welche Erfahrungen und Lebensweisheiten sie an die jüngere Generation weitergeben können. Einige dieser Ratschläge zeigen wir in diesem Artikel.
Datum:
Veröffentlicht: 14.7.26
Von:
Dominik Schreiner / Leben im Erzbistum Bamberg

Caritas lebt von Begegnungen von Jung und Alt, vom Zuhören und Weitergeben.
Gerd Richard Neumeier

 


In unserer Kindheit haben wir beide erfahren können, wie bereichernd ein gutes Zusammenleben in der Familie ist. An erster Stelle stand dabei immer das Vertrauen. „Wenn irgendwas ist, kommt erstmal zu uns!“ – das haben unsere Eltern zu uns gesagt. Das haben wir zu unseren Kindern gesagt. Und das wird mittlerweile auch weitergetragen an unsere Urenkel. Allen anderen jungen Menschen wünschen wir dasselbe: dass sie Familie als etwas erleben, was Halt und Zusammenhalt gibt, und dass sie auch ihre eigenen Familien einmal auf diese Weise formen können.

Werner und Wilhelmine Klitzsch, 93 und 88 Jahre
Caritas-Pflegezentrum St. Otto Bamberg

 

 

 

Ich war gerade zehn Jahre alt, als der Krieg angefangen hat. Damals hatten wir nichts. Wir haben uns über jede noch so kleine Sache richtig freuen können, und wenn es fünf Pfennig oder ein Stück Würfelzucker waren. Unser Leben war viel ärmlicher als heutzutage, aber wir sind zurechtgekommen. Den jüngeren Generationen ist oft gar nicht klar, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, in Frieden und Wohlstand aufzuwachsen. Das sollten sie sich immer wieder bewusst machen: wie gut es ihnen hier und heute eigentlich geht.

Maria Hirt, 97 Jahre
Caritas-Pflegezentrum St. Otto Bamberg

 

Meine Frau war meine Nummer eins im Leben. Als junger Mann habe ich sie bei der Arbeit kennengelernt und wusste auf den ersten Blick: Die mag ich! Ihr ging es genauso, und wir hatten das Glück, dass dieses Gefühl nie verflog. Fast 70 Jahre waren wir verheiratet, hatten vier Kinder zusammen. Ich habe dadurch gelernt, dass es sich sehr lohnen kann, auf sein Bauchgefühl zu hören. Wenn man den richtigen Menschen findet, ist alles andere Nebensache.

Heinrich J. T. Oberste-Brandenburg, 92 Jahre
Caritas-Pflegezentrum St. Elisabeth Forchheim

 

Auf andere Generationen zugehen und sich untereinander verstehen – das kann man lernen! Das geht, wenn man will, wenn man nachfragt und wenn man nicht nur darauf wartet, dass es von alleine passiert. Ich selbst habe das erlebt, als mein Vater nach langer Kriegsgefangenschaft nach Hause gekommen ist. Damals kannte ich ihn kaum, konnte mich nur noch dunkel an ihn erinnern. Nach Monaten und Jahren der gemeinsamen Arbeit in der heimischen Schreinerei war das anders. Wir lernten uns wieder neu kennen. Weil es uns wichtig war.

Brigitte Arnhold, 87 Jahre
Caritas-Pflegezentrum St. Elisabeth Forchheim